Der Mannheimer Bundesstützpunkt hat sich bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften mit fünfmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze bestens präsentiert. Mit Titeln für Weitspringer Simon Batz und Kugelstoßerin Yemisi Mabry sowie vierten Plätzen für Sprinter Robin Ganter (100 und 200 m), Hürden-Ass Ricarda Lobe, Dreispringer Peter Osazee und eine U-20-Staffel war aber auch die MTG Mannheim mit ihrer Ausbeute vollauf zufrieden.
„Das war ein Ergebnis, das ich mir im Kopf auch so vorgestellt habe“, analysierte Batz seinen Satz auf 8,29 m zum vierten DM-Gold. „Ich wusste, dass ich diese Weite kann. Im Training läuft es immer schon gut, aber im Wettkampf kann man das manchmal noch nicht so zeigen. Es war eine Frage der Zeit, bis dieser Ausrutscher nach oben kommt.“
Mit 19,04 m unterstrich auch Yemisi Mabry ihre Vormachtstellung im DLV. „Es ist ein richtig schönes Gefühl. Dass ich meinen dritten deutschen Meistertitel feiern darf, bedeutet mir sehr viel“, war die Olympiasiegerin zufrieden.
Auch Sportvorstand Rüdiger Harksen zog zum Abschneiden seiner MTG-Delegation eine positive Bilanz. „Wir freuen uns über Medaillen, aber genauso über vierte Plätze. Die hätten auch Edelmetall sein können. Mit den Titeln für Simon und Yemi haben wir gerechnet. Auch Sina Kammerschmitt war auf Medaillenkurs“, sagte er zur starken Form der MTG-Sprinterin, die im Finale aber zwei Tausendstel zu schnell reagierte und disqualifiziert wurde. „Wie sie hat sich auch Robin Ganter mit seinen zwei vierten Plätzen für die EM-Staffel empfohlen.“
Der 25-Jährige gehörte zu einem Quintett, das zum DM-Abschluss noch einmal jede Menge Spannung bot. Denn mit Titelverteidiger Lucas Ansah-Peprah, dem Saisonschnellsten Owen Ansah (beide BSP Mannheim), dem deutschen Rekordhalter Joshua Hartmann (ASV Köln), dem mehrfachen deutschen Hallenmeister Ganter und dem 200-Meter-Spezialisten Kameron Horton (Cologne Athletics) war das Finale hochkarätig besetzt. Schon nach der Hälfte hatte sich Ansah abgesetzt und lief in neuer persönlicher Bestzeit (PB) von 20,13 sec seinem zweiten DM-Gold entgegen. Dahinter gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem Ganter mit 20,59 sec (PB) hinter Horton (20,40) und Hartmann (20,43) eine Medaille knapp verpasste.
„Christian Stangs gute Arbeit zahlt sich aus“, freute sich Harksen zudem über zwei U-20-Erfolge. Denn die Mittelstrecken-Staffeln der MTG belegten über 3×1000 m (Frederik v. Wedelstädt, Sebastiano Craviolo, Leonhard Gothe) einen exzellenten Rang vier, Leonie Filiviez Perez, Leonie Schneider und Altea Craviolo wurden über 3×800 m Siebte.
Dass neben Batz und Mabry auch die in Mannheim trainierenden Jessica-Bianca Wessolly (3., 200 m), Manuel Modri (2., 110 m Hürden), Mikaelle Assani, Malaika Mihambo (1. und 2., Weitsprung) sowie Ansah (Gold 100, 200 m) den Stützpunkt im Pfeifferswörth zu einem der erfolgreichsten im DLV machten, erfüllt neben Ex-Chef Harksen auch seinen Nachfolger Michael Marschall sowie den Bundes- und MTG-Cheftrainer Sebastian Bayer mit Stolz.
Quelle: Mannheimer Morgen 28.7.26
