17. Juni 2026
Talentschau der Extraklasse bei der 32. Bauhaus Juniorengala
Warum ist die Bauhaus-Juniorengala in aller Welt so beliebt? Warum werden sich schon in wenigen Tagen die ersten Interessenten um einen Start 2027 bewerben? Weil auch das 32. weltweit größte Leichtathletik-Meeting der U 20 einmal mehr seinem Ruf gerecht wurde, ein Garant für Bestleistungen zu sein. So bejubelten an den zwei Tagen über 400 Talente aus 25 Nationen 125 persönliche und 85 Saisonbestleistungen, vier Meeting- sowie elf nationale Rekorde. Dazu acht europäische Bestleistungen und 37 Normerfüllungen für die Juniorenweltmeisterschaften im August in Eugene (USA).
Immer wieder herrschte im stimmungsvollen und gut gefüllten Michael-Hoffmann-Stadion helle Begeisterung. Besonders bei der Delegation aus der Schweiz. Denn Xenia Buri trat auf den 100 Metern in die Fußstapfen der legendären Britin Dina Asher-Smith, verbesserte deren 2014 aufgestellten Meetingrekord (11,14 sec) auf 11,13 sec und übernahm die Spitze der europäischen Jahresbestenliste. Emma Goretzka (Berlin) überzeugte mit PB 11,33 sec als Dritte.
Der Viernheimer Tyrese Stewart erfüllt die JWM-Norm
Auch der Franzose Jimmy Vicaut ist mit seinen 10,16 sec von 2010 nicht mehr alleiniger Meetingrekordler, ihm zur Seite rückte der Schweizer Akira Eghagha (10,16 sec). Ihm dicht auf den Fersen folgte Bright Otiora, der schon im Vorlauf belgischen Rekord lief (10,37), sich im Finale dann sogar auf 10,18 sec steigerte. Auch DLV-Athleten freuten sich über neue Bestmarken: Jakob Kemminer (Fürth) lief in 10,23 sec auf Rang drei, Lennox Schmidt (Berlin) in 10,26 auf Platz fünf. Erstmals die JWM-Norm von 10,50 sec erfüllte B-Final-Sieger Tyrese Stewart vom TSV Amicitia Viernheim.
Die Eidgenossen jubelten auch über ihr 4×100-Meter-Quartett, denn die 3:33,83 min der Juniorinnen bedeuteten Meetingrekord und europäische Jahresbestleistung. Wie schon 2025 brillierte auf den 400 Metern der Südafrikaner Leendert Koekemoer und verbesserte den von ihm selbst gehaltenen Meetingrekord auf 45,11 sec.
Die 110 m Hürden boten schon in den Vorläufen mit dem norwegischen Rekord samt europäischer Bestleistung 2026 für Anthony Johnson (13,22 sec) sowie dem Südafrika-Rekord für Jayden Parkin (13,21 sec) Sehenswertes. Das Finale war dann nicht mehr ganz so schnell, aber die beiden Favoriten setzten sich durch. Parkin gewann in 13,31 vor Johnson (13,39 sec). Auch der Niederländer Eljahro Philipsen wird die Juniorengala in bester Erinnerung behalten, denn der erst 16-Jährige holte sich in 13,28 sec (SB) das Ticket für die JWM.
Jil Sanchez aus der Schweiz oder Daryl Ndasi aus München – das war dann die Frage bei den Hürdensprinterinnen. In den Vorläufen hatten sie sich in 13,14 sec (Sanchez) und 13,29 sec ein Fernduell geliefert, im Finale triumphierte nach langem Kopf-an-Kopf-Rennen die Schweizerin in 13,31 sec vor der Jahresbesten des DLV (13,59).
Spitzenergebnisse auch in den technischen Wettbewerben
Doch auch in den technischen Wettbewerben gab es Spitzenergebnisse. Bestens vorbereitet für die JWM in Eugene ist Hammerwerferin Clara Hegemann (Stadtwerke München). Mit 69,28 m verteidigte sie ihre Position als Nummer eins der Weltrangliste, ist sowohl neue deutsche, als auch neue Meetingrekordhalterin.
Weder die finnische Vorjahressiegerin Pinja Kärhä (67,31 m) noch Nova Kienast (Berlin/64,87m), die JEM-Goldmedaillengewinnerin von 2025, hatten eine Chance. Im Dreisprung katapultierte sich Antonia Bronnert (VfL Löningen) mit der Siegesweite von 13,63 m an die europäische Spitze. „Das ist das, was wir erhofft und erwartet haben“, kommentierte der sportliche Meetingleiter Dietmar Chounard die Leistungsexplosion. „Wir haben vor allem sensationelle Sprints und Hürdensprints gesehen. Alle machen hier einen Lernprozess durch – das ist es, was wir beabsichtigen.“ Besonders freute sich über das Lob eines Managers, der die kleine, aber imposante Delegation aus Südafrika nach Mannheim brachte. „Er sagt, die Gala sei besser organisiert als so manche Diamond-League-Veranstaltung.“ Dass die zwei Tage so reibungslos verliefen, ist natürlich auch den über 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu verdanken.
„Wir können froh sein, dass es solche Wettkämpfe für junge Leute gibt. Das hier ist etwas Einmaliges“, wandte sich der ehemalige MTG-Top-Hochspringer Wolfgang Kreißig vom Aufsichtsrat des DLV an Meeting-Chef Rüdiger Harksen und den Veranstalter MTG. In der Hoffnung auf eine 33. Bauhaus-Juniorengala und mit der Zusage für eine weitere Förderung vom Land bedankte sich Harksen zudem bei den Sponsoren der 32. Auflage: „Ohne deren Hilfe geht es nicht!“
Quelle: Mannheimer Morgen vom 15.7.2026
